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Wandertage in Vals

Wandertage in Vals

Tourenleiter: Ueli Nietlispach
Teilnehmer: Christoph Respond, Bruno Britschgi, Franz Ettlin, Maria Kiser, Lucia Studer, Marianne Wiese

Donnerstag, 03.07.2025
Da das Wetter einmal mehr Kapriolen macht, trifft sich unsere Gruppe eine Stunde früher als geplant, um 11 Uhr, auf dem Parkplatz der Bergbahnen Vals-Gadastatt. Sogleich werden die Rucksäcke umgeschnallt und wir besteigen das herannahende Postauto Richtung Zervreila.
Oben angekommen, marschieren wir über die imposante Staumauer des Zervreilasees und geniessen den Ausblick aufs Zervreilahorn, welches sich am Ende des Sees in Pose wirft. Bereits beim Aufstieg Richtung Frunt fallen die ersten Regentropfen und unsere Regenjacken/Schirme leisten ein erstes Mal ihren Dienst. Zum Glück hält der Niederschlag nicht lange an und wir können den Rest der Wanderung bei relativ gutem Wetter geniessen. Kurz vor Gadastatt biegen wir rechts ab in Richtung Leiss, wo wir im Restaurant Ganni unseren Durst löschen und der Autor sich sein geliebtes Bölläbrütschi (Zwiebel-Sandwiche mit Käse, sehr lecker!) einverleibt.
Gestärkt nehmen wir die restlichen Höhenmeter nach Vals unter die Füsse. Unten angekommen, sammeln wir unsere Autos ein und fahren hinauf zu unserer Unterkunft, dem Hotel Valserhof, wo wir freudig von unseren Gastgebern, Berit und Peter, begrüsst werden.
Nach dem Bezug der Zimmer gönnen wir uns ein Bierchen und geniessen anschliessend ein leckeres 4-Gänge-Menu, das Peter auf den Tisch zaubert, bevor wir uns müde und zufrieden in unsere Zimmer zurückziehen.

Freitag, 04.07.2025
Geplant wäre heute gewesen, die 3-Seen-Wanderung, eines der Highlights von Vals, unter die Füsse zu nehmen, da gemäss Wetterbericht am Vorabend der schönste Tag der Woche angesagt gewesen wäre, mit eitlem Sonnenschein.
Ein Blick zum Fenster raus beim Klingeln des Weckers macht allerdings sämtliche Pläne zunichte. Es regnete in Strömen. D.h. ich annullierte den Wanderbus und gebe der Gruppe am Morgen «freie Zeit» zur Dorfbesichtigung etc., da gemäss Radar das Wetter gegen Mittag etwas freundlicher werden müsste.
Kurzum erfolgt eine Ersatzwanderung auf dem alten Zervreilaweg, einem Säumerpfad durch eine wildromantische Waldlandschaft, in Richtung Zervreila. Begleitet werden wir auf dem ersten Teil von verschiedenen Zwergen, welche sich entlang dem Weg versteckt haben und ihre Geschichte erzählen. Zudem wurden an mehreren Stellen Informationen zu historischen Orts- und Flurnamen angebracht wie der «Waarma Chracha oder die Calvari-Kappele.
Auf der Kippi, einer grossen Waldlichtung, geniessen wir eine ausgiebige Pause, bevor es weitergeht in Richtung Zervreila.
In Zervreila angekommen, statten wir dem Restaurant am Fusse der Staumauer einen Besuch ab und löschten unseren Durst. Bruno und Franz entscheiden sich, mit dem Postauto zurück nach Vals zu fahren, während der Rest die Rückreise auf einem Wanderweg in Richtung Alp Ampervreila antreten. Die Gegend ist einfach wunderschön. Nach Ampervreila führt der Weg ziemlich Steil hinunter in den Wald und Richtung Vals.
Wir erreichen pünktlich zum Dorf-Apero den Dorfplatz, wo wir uns noch ein Gläschen Wein gönnen. Der Apero wird dann allerdings jäh unterbrochen, als ein älterer Einwohner zusammenbricht. Chrigel und Ueli leisten umgehend erste Hilfe und betreuen den Herrn bis zum Eintreffen der First Responser.
Das Abendessen nehmen wir im kleinsten Restaurant von Vals ein, der Gassa95. Corsin, der Gastgeber dieses charmanten B&B’s, zaubert am Abend leckere Menus auf den Teller.
Zufrieden und mit vollen Bäuchen spazieren wir zurück in unser Hotel und hoffen, dass das Wetter am nächsten Tag mitspielen möge.

Samstag, 05.07.2025
Am Morgen keimte Hoffnung auf. Kein Regen vor dem Fenster, das Wetter scheint tatsächlich auf unserer Seite zu sein. So starteten wir, nach einem ausgiebigen Frühstück, zu unserer 3-Seen-Wanderung. Mit dem Frühbus geht es bereits um 07:30 Uhr los Richtung Zervreilasee.
Bei der Kapelle angekommen, nehmen wir sogleich die grösste Steigung Richtung Guraletschsee unter die Füsse. Kaum gestartet, ist ein bedrohliches Donnern und Grollen aus dem Süden hörbar und der Regenschutz wird ein weiteres Mal gefordert. Mit besorgter Mine beobachtet der Autor das Wetter auf dem Radar. So wie es aussieht, werden wir bloss am Rande heftiger Gewitter im Tessin gestreift. Und so verhält es sich dann auch. Kurze Zeit später dürfen die Regenjacken wieder im Rucksack Platz nehmen und den Rest der Tour dort verweilen.
Beim Guraletschsee angekommen, bestaunen wir die Schönheit der Natur, inkl. Edelweiss und Co. Dann folgen wir dem Weg weiter zum Ampervreilsee und schlussendlich zum Selvasee, wo wir eine ausgiebige Pause einlegen und die wagemutigen (oder heissblütigen) unter uns noch einen Schwumm im See unternehmen.
Nun beginnt der Abstieg Richtung Vals, welcher am Schluss recht steil den Wald hinunterführt. Im Dorf angekommen, gönnen wir uns erst mal ein Bierchen, bevor wir uns zurück zum Hotel begeben.
Am Abend steht mit dem Ganni in Leiss der nächste kulinarische Höhepunkt auf dem Plan. Leider müssen wir selber hochfahren, da der Wanderbus mit seiner Preispolitik uns nicht zu überzeuge vermag.
Wir geniessen trotzdem die Gastfreundschaft und tolle Küche von Carlo und Anke. Ein herrlicher Abschluss für einen sensationellen Tag.

Sonntag, 06.07.2025
Das letzte Mal stärken wir uns nochmals mit einem opulenten Frühstück im Valserhof, bevor wir uns auf die Wandersocken machen. Dieses Mal führte ich die Gruppe auf die Alp Tomüll, wo ich früher als Kind vier Sommer als «Hirtäbuäb» verbracht habe. Das hat den Vorteil, dass ich jeden Stock und Stein kenne und die eine oder andere Episode zum Besten geben kann. Im Bereich Riedboden geraten wir mitten in den Viehauftrieb zum Tomül Stafel. So erreichten wir, zusammen mit 160 Mutterkühen, die Alp. Beim Stafel lassen wir uns nieder und werden mit lokalen Köstlichkeiten (Appenzeller Bier) durch die Älpler verwöhnt.
Nach der Stärkung begeben wir uns auf den Rückweg zum Riefawald, wo unsere Autos auf uns warten und fahren weiter nach Vals hinunter.
Beim Hotel angekommen behändigen wir unser Gepäck und verabschieden uns von den herzlichen Gastgebern, aber auch untereinander.
Es waren, trotz der Wetterkapriolen, vier wunderschöne Tage mit einer coolen Truppe in den Bündner Bergen. Besten Dank fürs mitkommen.